Unser Bildungsverständnis

Was verstehen wir nun unter Förderung und Bildung von Anfang an? Bildung geht in erster Linie vom Individuum aus, kann demnach auch als „Selbstbildung“ bezeichnet werden. Sie meint die aktive Auseinandersetzung mit der Welt. Kinder schaffen sich ihr Bild von der Welt, in der sie leben selbst und entwickeln ein Verständnis dafür, welche Bedeutung sie in dieser haben. Durch diese Verknüpfung des Ichs mit der Welt (im Sinne Humboldts), die alle Sinne des Kindes einschließt, werden nicht nur Fähigkeiten und Fertigkeiten, sondern auch Werte, Einstellungen und Persönlichkeitseigenschaften herausgebildet und verändert.

Da sich Kinder im Krippenalter vom entwicklungspsychologischen Standpunkt aus vor allem mit der Entdeckung des Selbst und der Bedeutung des Ichs im Zusammenspiel mit Bezugspersonen befassen, stehen hier die individuellen Bedürfnisse und Voraussetzungen besonders im Vordergrund. Jedes Kind ist anders und setzt sich auf seine eigene Weise mit der Welt auseinander. Hinzu kommen unterschiedliche familiäre, kulturelle und soziale Hintergründe, die berücksichtigt werden müssen, um die Entwicklung des Kindes optimal zu unterstützen. Dabei soll jedoch soziales Handeln, innerhalb der Gruppe und auch im Kontakt mit anderen Kindern (zum Beispiel auf dem Spielplatz), nicht außer Acht gelassen werden. Die Tagespflege bietet den Kindern die Gelegenheit, neue Begegnungen außerhalb der Familie zu machen und gleichzeitig die Geborgenheit einer Bezugsperson zu erleben. Soziale Kompetenzen können so in einem sicheren Rahmen erlernt und erprobt werden.

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